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Gruppen

Man unterteilt die Gase, Dämpfe und Stäube entsprechend ihrer Eigenschaften in verschiedene Gruppen. Die Geräte werden ebenfalls diesen Gruppen zugeordnet. Somit wird die richtige Auswahl von Geräten für die verschiedenen Gase, Dämpfe oder Stäube vereinfacht.

1. Einteilung nach der europäischen Richtlinie 94/9/EG bzw. 2014/34/EU (ATEX)

Die explosionsgeschützten Geräte wurden bisher in zwei Gerätegruppen unterteilt:

Gerätegruppe I:
Geräte zur Verwendung in Untertagebetrieben von Bergwerken sowie deren Übertageanlagen, die durch Grubengas und/oder brennbare Stäube gefährdet werden können.

Gerätegruppe II:
Geräte zur Verwendung in den übrigen Bereichen, die durch eine explosionsfähige Atmosphäre gefährdet werden können.

Elektrische Geräte für Grubenbaue, in den zusätzlich zum Schlagwetter Anteile anderer Gase als Methan auftreten können, müssen neben den Anforderungen der Gerätegruppe I auch die zutreffenden Anforderungen der Gerätegruppe II einhalten.

Die Gerätegruppe II beinhaltet Geräte für durch Gase, Dämpfe, Nebel gefährdete Bereiche und solche für durch Stäube gefährdete Bereiche.

2. Einteilung nach der Norm IEC 60079-0

Nach Normenreihe 60079 wurden bisher 2 Gruppen ausgewiesen:

Gruppe I:
Geräte  für schlagwettergefährdete Grubenbaue,
Gruppe II:
Geräte  für alle explosionsgefährdete Bereiche außer schlagwettergefährdeten Grubenbaue

Elektrische Geräte für Grubenbaue, in den zusätzlich zum Schlagwetter Anteile anderer Gase als Methan auftreten können, müssen neben den Anforderungen der Gerätegruppe I auch die zutreffenden Anforderungen der Gerätegruppe II einhalten.

Mit Veröffentlichung der IEC 60079-0 von 2007 wurde zusätzlich zur Gruppe II eine weitere Gruppe III eingeführt. Die Gruppe II ist den Geräten für gasexplosionsgefährdete Bereiche vorenthalten. Geräte für Bereiche mit brennbarem Staub werden als Gruppe III definiert.

Gruppe II:
Geräte für gasexplosionsgefährdete Bereiche, außer Grubenbaue
Gruppe III:
Geräte für Bereiche mit brennbarem Staub, außer Grubenbaue

Elektrische Geräte der Gruppe II (Gas) werden entsprechend den Eigenschaften der explosionsfähigen Atmosphäre, für die sie bestimmt sind, unterteilt in die Gruppen IIA, IIB und IIC (siehe Tabelle).
Diese Zuordnung betrifft die Zündschutzarten Druckfeste Kapselung und Eigensicherheit. Sie beruht für die Druckfeste Kapselung auf der experimentell ermittelten Grenzspaltweite (MESG), die ein Maß für das Durchschlagverhalten einer heißen Flamme durch einen engen Spalt ist, und für die Eigensicherheit auf dem Mindestzündstrom (MIC), einem Maß für die Mindestzündenergie der auftretenden Gase und Dämpfe.

Gruppe

Typisches Gas

Grenzspaltweite (MESG) in mm

Mindestzündstrom-verhältnis* (MIC)

IIA

Propan

> 0,9

> 0,8

IIB

Ethylen

0,5 … 09

0,45 … 0,8

IIC

Wasserstoff

< 0,5

< 0,45

* Mindestzündstromverhältnis  bezogen auf Methan

Geräte für Bereiche mit brennbarem Staub (Gruppe III) werden entsprechend der Art des Staubes in Gruppen IIIA, IIIB und IIIC unterteilt:

IIIA: brennbare Flusen
IIIB: nicht-leitfähige Stäube
IIIC: leitfähige Stäube

Im Gegensatz zu der Norm ist die Erweiterung der Gruppen nicht in die ATEX-Richtlinie übernommen worden. Die Kennzeichnung der Geräte für den Europäischen Markt (EU) besteht aus einem Teil, der von der ATEX-Richtlinie genau vorgegeben ist und einem weiteren Teil, der von der Norm bestimmt wird. Für den ersten Teil bleibt die alte Definition erhalten, wobei die Gruppe II für gas- und staubexplosionsgefährdete Bereiche steht. Im Kennzeichnungsteil aus der Norm wird jedoch bei Geräten für Bereiche mit brennbarem Staub eine Gruppe IIIA, IIB oder IIIC ausgewiesen. 

Beispiel:

 II 2 D  Ex tb IIIC T4

Einstufung

Nach diesen Kriterien werden die Stoffe und damit die explosionsgefährdeten Bereiche, in denen diese Stoffe vorkommen, in Gruppen eingestuft. Die eingesetzten Geräte müssen für die Anforderungen der Gruppe ausgelegt sein, die von IIA nach IIC bzw. IIIA nach IIIC ansteigen. Ein Gerät, das den Kriterien für IIC genügt, kann verwendet werden in Bereichen, die als IIC, IIB und IIA klassifiziert sind, Geräte, die den Kriterien für IIB genügen, dürfen in den Bereichen IIB und IIA verwendet werden, während IIA-Geräte nur im Bereich IIA eingesetzt werden dürfen. Analog kann mit den Geräten der Gruppen IIIA, IIIB und IIIC verfahren werden.